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Rheinische Post

Rheinische Post vom Freitag, 12.12.2003 / unter: Medizin
Aus dem Chaos zurück ins Leben springen

Therapie Schizophrenie ist gut zu behandeln - solange Patienten nicht ins soziale Aus geraten

Plötzlich war alles das reinste Chaos. Angespannt war Andreas Kernchen seit langem, gut schlafen konnte er kaum noch. Dann, an einem Sommertag, bekam er Halluzinationen und hatte plötzlich vertraute, alltägliche Dinge nicht mehr im Griff. Der Tag endete im Nervenzusammenbruch - er wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Schizophrenie lautete die Diagnose. Das war vor zehn Jahren. Heute hat der damals 28-jährige gelernt, mit der Erkrankung zu leben.

In Deutschland erkranken rund 800 000 Menschen - rund 1 % der Bevölkerung - mindestens einmal im Leben an Schizophrenie. Die meisten erstmals zwischen 18 und 35 Jahren. Wirkt die schizophrene Psychose mit voller Kraft, dann schwinden Konzentration und Aufmerksamkeit. Es wird fast unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen . Häufig kommt es auch zu Wahrnehmungsstörungen: Gerüche, Geräusche und Geschmack verändern sich. Apathie und Antriebsstörungen sind ebenfalls nicht selten.

Mit Folgen für den Erkrankten: Seine Individualität leidet, der Umgang mit Familie, Freunden und Bekannten wird schwierig, weil er seine Umgebung verändert wahrnimmt. So kommt es beispielsweise vor, dass der Erkrankte alles was geschieht, auf sich bezieht und ihm eine besonderem überinterpretierte Bedeutung beimisst. Als ob die ganze Welt zu Besuch käme. So war es auch bei Andreas Kernchen.

Wechselschicht, nebenbei Meisterschule, Geburt des Kindes und Streit mit der Familie waren zuviel für den Chemiefacharbeiter. Stress ist ein häufiger Auslöser, aber nicht die Ursache der Erkrankung. Psychologische und genetische Faktoren spielen dabei zusammen. Dass Andreas Kernchen heute gut mit Schizophrenie leben kann, verdankt er einer Therapie - und der Einsicht, dass er sich mit der Krankheit arrangieren muss. Denn neben einer medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung müssen Schizophrenie- Kranke akzeptieren, dass sie die Krankheit zwar eindämmen, aber nicht mehr loswerden können.

Für sie gibt es meist kein Leben ohne Neuroleptika mehr. Für viele Kranke das kleinere Übel- angesichts eines Rückfalls. , sagt Professor Wolfgang Gaebel, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Düsseldorfer Heine Uni. . Die soziale Isolation, in die viele Psychose- Erfahrene geraten, bleibt ein Problem. Umfragen zeigen, dass Vorurteile groß sind. Bundesweit engagiert sich deshalb die Kampagne gegen Vorurteile und Diskriminierung von psychisch Kranken.

Auch Andreas Kernchen geht offen mit seiner Erkrankung um. Als Experte in eigener Sache geht er an die Öffentlichkeit und holt das Schulprojekt nach Düsseldorf. Seit drei Jahren hatte er keinen Rückfall mehr und sagt, dass er glücklich sei. Auch, weil seine Umgebung ihn nicht ins Abseits geschoben habe. <Jump back into life> steht auf seiner Homepage. Spring zurück ins Leben. Olaf Steinacker

 

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